Spermaqualität

Spermaqualität (Produktion)

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Der ganze Produktionsablauf an der Eberstation Kammerlehen unterliegt hauptsächlich einem Ziel: maximale Samenqualität in den ausgelieferten Samentuben für unsere Kunden!
Dieses Bemühen zieht sich wie ein roter Faden von der Eberquarantäne, der Eberhaltung in den Hauptstallungen, der Samengewinnung, der Samenverarbeitung im Labor und der Verpackung bis zur Zustellung an den Schweinehalter.


Gesundheitsmanagement

Eberuntersuchung

Der Zugang von Zuchtebern in die Station unterliegt strengen Bedingungen (Richtlinie 90/429/EWG Anhang B Kapitel I). Die Eber müssen eine vorherige Quarantäne von mindestens 30 Tagen durchlaufen. In dieser Zeit müssen sie zweimal auf alle relevanten Krankheitserreger (Brucellose, Leptospirose, PRRSV, Schweinepest, usw…) negativ untersucht sein. Erst nach der zweiten negativen Untersuchung werden die Tiere mit einem speziellen Tier-Transport-Anhänger (mit UV-Luft-Filter und Überdruckbelüftung) an die Eberstation Kammerlehen verbracht.


Biosicherheit

Biosicherheit-SKB

Die gesamte Stallanlage wird durch einen wildsicheren Zaun und Mauern nach außen abgegrenzt, alle Tore oder Türen sind abgesperrt. Es gibt einen Zufahrtsweg, der durch ein Desinfektionsbecken "abgesichert" ist. Der Zugang für Personen findet auch an dieser Stelle statt, für diese gibt es ebenfalls im Eingangsbereich ein Desinfektionsbecken für die Schuhe.
Im Stallgebäude I, direkt neben dem Hauptzugang befinden sich Umkleiden und Duschen. Das heißt, dass jede Person nur über Umkleide und Dusche die Stallung betreten kann. Der Personenverkehr wird allgemein auf ein absolutes Minimum beschränkt und außer den Tierpflegern erhält nur der Tierarzt Zutritt. Falls doch jemand von extern den Bestand besuchen muss (z. B. bei einer behördlichen Kontrolle), ist es für ihn Pflicht mind. 48 Stunden vorher "schweinefrei" zu sein und sich ein- und auszuduschen. Außerdem wird die komplette Kleidung und Schuhe vom Betrieb zur Verfügung gestellt. Die Besucher müssen sich in eine Besucherliste eintragen und zusätzlich ein Formular unterschreiben. Mit ihrer Unterschrift bestätigen sie außerdem die Kenntnis und Einhaltung der Hygienevorschriften:
1. Der Besucher hatte keinen Kontakt zu Schweinen in den letzten 48 Stunden vor dem Besuch.
2. Der Besucher betritt die Stallungen nur mit stationseigener Kleidung bzw. Schuhen und nach einer vorherigen Dusche.
3. Vor Eintritt in die Stallungen sind die Hände zu reinigen und mit Desinfektionslösung zu befeuchten.
4. Der Besucher bestätigt, dass er nicht an TBC erkrankt ist bzw. keinen Kontakt zu Rinder- oder Schweinehaltungen hatte, in denen in einem Zeitraum von sechs Monaten vor dem Besuch, eine nach OIE anzeigepflichtige Krankheit vorhanden war.
5. Dem Besucher ist bekannt, dass er bei Falschauskunft in Regress genommen werden kann.
Auf diese Weise wird versucht, jeglichen Eintrag von Krankheitserregern in den Eberbestand zu unterbinden. Desinfektionsmatten für die Schuhe finden sich am kompletten Gelände, an allen relevanten Zugängen.


Stallungen

Kammerlehen

Die KB-Station für Schweine in Kammerlehen wurde in den Jahren 1994/1995 gebaut und von der damaligen NBG in Betrieb genommen. Die Ausgründung war notwendig geworden, da am bisherigen Standort der Eberstation in Berndorf (Kumhausen) keine Entwicklungsmöglichkeit gegeben war und aus hygienischen Gründen ein zweiter Standort gesucht wurde. Ein Schweinepestausbruch in der Nähe von Landshut beschleunigte diese Entwicklung nachhaltig. Die Standortwahl fiel auf Kammerlehen, da die Lage dort als optimal für eine Eberstation galt (großer Abstand zu schweinehaltenden Betrieben, erhöhte Hoflage, nur eine befestigte Zufahrtsstrasse).
Mit dem Stallbau – Kammerlehen I – wurde 1994 begonnen. Dort können 60 Zuchteber in zwei Abteilungen zu je 30 Plätzen gehalten werden, der direkt an den Absambereich anschließt. Gaskanonen werden für die Beheizung verwendet. Eine Schubstangenentmistung mit Höhenförderer dient der Entmistung. Zusätzlich wurde ein speziell gefertigter Klauenpflegestand eingebaut. Die Verarbeitung des Ejakulats fand allerdings damals noch in den Laborräumen von Berndorf statt. Also mussten die gewonnenen Ejakulate nach einer Vorverdünnung nach Berndorf gebracht werden.
Aufgrund der Boomphase in der Ferkelproduktion und der starken Ausweitung des Zuchteberbestandes musste bereits im Jahre 2004 eine Erweiterung erfolgen, der Stall – Kammerlehen II – wurde fertiggestellt. Mit 104 Eberplätzen und vier Absamplätzen wurde dem Ganzen Rechnung getragen. Die Lüftung erfolgt über eine Porendecke (Zuluft) und Unterflurabsaugung (Abluft). Geheizt wird hier mittels Öl und Deltarohren. Die Entmistung findet mit Hand und Hoflader statt.
Aufgrund des Neubaus einer Mastanlage in unmittelbarer Umgebung der Eberstation in Berndorf, entschied man sich gleich nach Gründung der Bayern-Genetik GmbH im Jahre 2010/2011 zum Bau einer dritten Stalleinheit – Kammerlehen III – und damit auch zur Schließung des Standorts Berndorf. Ein funktioneller und hochmoderner Eberstall für 144 Eber wurde in dänischer Aufstallung errichtet, mit je 10,5 m² Platz/Eber, sowie fünf Absamplätzen. Die dänische Aufstallung hat eine 6,5 m² große Liegefläche und eine 4 m² große Mistfläche. Gleichzeitig mit dem Bau des Stalls wurde auch das am gleichen Standort liegende Labor gebaut. Geheizt wird, wie in Stall I, mit Gaskanonen. Wie in Stall II findet die Entmistung mit Hand und Hoflader statt.
Zusätzlich wurde eine hochmoderne Klauenpflegebühne installiert, um den Tieren bei der Klauenpflege unnötigen Stress zu ersparen.
Das neuerrichtete Samenlabor, ist räumlich komplett getrennt von den Stallungen und wird mittels Rohrpost mit den Ejakulaten aus dem Stall beliefert. Somit wird gewährleistet, dass absolut kein Personenverkehr zwischen Stall und Labor stattfindet.
Eingestreut wird am gesamten Standort mit Zukaufstroh von Landwirten, die auf den Getreideflächen keinen Schweinemist oder Schweinegülle ausbringen.
Für die Futterversorgung stehen am Standort zwei Jutesilos in Stall I und drei Außensilos für Stall II und III. Alle Silos können von außerhalb der Anlage befüllt werden. Es wird ausschließlich Fertigfutter bezogen, von jeder Lieferung wird eine Futtercharge auf Inhaltsstoffe und Mykotoxine untersucht. Die Fütterung findet per Hand exakt dosiert zweimal täglich statt, um eine optimale Tierbeobachtung zu gewährleisten.


Labortechnik

Labor-Limmer

Das Labor an der Eberstation Kammerlehen wurde im Jahr 2011 in Betrieb genommen. 2018 wurden es auf den neuesten Standard zur Spermauntersuchung aufgerüstet und darüber hinaus die eigenen Qulitätskontrollen verstärkt. Eine Computer gestützte Samenanalyse war bereits vorher schon Standard. Das so genannte CASA-System analysiert automatisch und mit höchster Präzision die Beweglichkeit (Motilität) der Spermien, die Dichte und die Morphologie (äußere Gestalt). Mit dieser modernsten Technik kann jedes einzelne Ejakulat dementsprechend standardisiert und automatisch untersucht werden. Anhand der automatisch errechneten Werte werden die Anzahl der Portionen und die benötigte Verdünnermenge berechnet.
Im Vergleich zu dem vorherigen CASA-System, bietet die neue Software einen erheblich größeren Funktionsumfang. Mit Hilfe dieser modernen technischen Möglichkeit sichern wir den Kunden der Bayern-Genetik eine konstant gute Qualität des Spermas.
Um den Qualitätsstandard des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS) einzuhalten und zu kontrollieren, werden bei der Bayern-Genetik GmbH die Eigenkontrollen in sehr aufwendiger Weise ausgeführt und eingehalten. Von jedem Ejakulat wird eine Rückstellprobe bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum aufbewahrt und fortwährend nachuntersucht. Zusätzlich werden die Ejakulate mit einem Flowzytometer untersucht. Dabei werden verschiedene Parameter der Spermien bestimmt, die mit dem CASA-System alleine nicht beurteilbar sind. Dies geschieht mit Hilfe spezieller Farbstoffe.
Durch dieses systematische Qualitätsmonitoring und durch ein Controlling von Experten eines Referenzlabors sichern wir die gute Spermaqualität für unsere Kunden.


Samenzustellung

Kurierdienst

Flüssigkonservierter Ebersamen ist bis zum aufgedruckten Datum befruchtungsfähig. Um gute Besamungsergebnisse und hohe Wurfgrößen zu erzielen ist es notwendig, den empfindlichen Samen genau nach Anweisung der Station zu behandeln. Der Samen wird über eine geschlossene Kühlkette verschickt.
Die Versandpakete enthalten den bestellten Samen und den Lieferschein. Eine Kühlbox schützt den Samen im Auto des Samenlieferanten. Der Eigenbestandsbesamer sollte auf dem Betrieb eine ausreichend große Thermobox oder einen Kühlschrank mit entsprechender Temperaturregelung besitzen. Die ideale Lagertemperatur für den Ebersamen ist bei +18° C (±3° C). Vermeiden Sie starke Temparaturschwankungen (z. B. Geräte nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen). Schalten Sie das Gerät früh genug ein, bevor Sie eine Samenlieferung erhalten. Eine regelmäßige Kontrolle der Temperatur mittels Thermometer ist in Ihrem eigenem Interesse. Entfernen Sie Staub und Schmutz von der Thermobox (vor allem von Kühlrippen und Ansaugöffnungen), damit diese zuverlässig arbeiten kann.
Der vom Eigenbestandsbesamer in Empfang genommene Samen ist lichtgeschützt und liegend zu lagern.Damit die Kühlkette nicht unnötig unterbrochen wird ist es wichtig, dass der Abstellort für den Samen auf dem Hof gekennzeichnet und leicht zu finden ist. Ein entsprechendes Schild mit der Aufschrift „Anlieferung” erhalten Sie von der Bayern-Genetik.